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Persönliche Inflation berechnen: dein eigener Warenkorb
Warum deine persönliche Teuerung von der offiziellen Inflationsrate abweicht und wie Tasarruf einen Warenkorbindex aus deinen Kassenbons berechnet.
· 3 Min. Lesezeit
Die offizielle Inflationsrate ist eine Zahl für alle. Dein Einkauf ist aber nicht der von allen. Wenn du viel frisches Obst, Kaffee und Milchprodukte kaufst, erlebst du Preisänderungen anders als jemand, der vor allem Fertiggerichte und Getränke kauft. Deshalb fühlt sich die eigene Teuerung oft ganz anders an als die Zahl in den Nachrichten.
Was die offizielle Inflationsrate misst
Statistische Ämter berechnen die Inflation anhand eines Warenkorbs, der den Durchschnitt aller Haushalte abbilden soll. Darin stecken nicht nur Lebensmittel, sondern auch Miete, Energie, Verkehr, Kleidung und vieles mehr. Jede Gruppe hat ein festes Gewicht.
Das ist für die Volkswirtschaft sinnvoll. Für deinen Alltag sagt es aber wenig:
- Dein Warenkorb hat andere Produkte.
- Deine Gewichte sind andere: Vielleicht gibst du für Brot mehr aus als für Fleisch.
- Du kaufst in bestimmten Läden, nicht im Durchschnitt aller Läden.
Die Idee eines persönlichen Warenkorbindex
Ein persönlicher Index nimmt nur die Produkte, die du wirklich kaufst, und gewichtet sie danach, wie viel du dafür ausgibst. Die Rohdaten liefern deine Kassenbons. Wichtig ist: Das Ergebnis ist deine eigene Zahl, keine offizielle Inflationsrate und auch kein Ersatz dafür.
Wie Tasarruf den Index berechnet, in einfachen Worten
Tasarruf geht in mehreren Schritten vor:
- Nur zugeordnete Produkte zählen. Ein Produkt muss auf mehreren Bons als dasselbe Produkt erkannt worden sein, entweder von dir bestätigt oder mit hoher Sicherheit. Unsichere Zuordnungen bleiben draußen. Wie die Zuordnung funktioniert, liest du in Gleiches Produkt, anderer Name.
- Monatliche Grundpreise. Für jedes Produkt wird ein monatlicher Wert pro kg, Liter oder Stück gebildet, über ein Fenster von drei Monaten. So verzerrt ein einzelner Angebotskauf das Bild weniger.
- Preisverhältnisse pro Kategorie. Innerhalb einer Kategorie, etwa Milchprodukte, werden die Preisänderungen der einzelnen Produkte mit dem geometrischen Mittel zusammengefasst. Fachleute nennen das Jevons-Index.
- Deine Gewichte. Die Kategorien werden nach deinem eigenen Ausgabenanteil der vorangegangenen zwölf Monate gewichtet. Gibst du 30 % für Obst und Gemüse aus, zählt diese Kategorie auch zu 30 %.
- Jährliche Verkettung. Einmal im Jahr werden die Gewichte erneuert, damit sich veränderte Gewohnheiten im Index niederschlagen.
Ein vereinfachtes Beispiel
Angenommen, du hast in einer Kategorie drei zugeordnete Produkte:
| Produkt | Grundpreis vorher | Grundpreis jetzt | Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Milch | 1,09 €/l | 1,19 €/l | 1,092 |
| Joghurt | 2,50 €/kg | 2,50 €/kg | 1,000 |
| Käse | 12,00 €/kg | 12,90 €/kg | 1,075 |
Das geometrische Mittel der drei Verhältnisse liegt bei etwa 1,055, also rund 5,5 % für diese Kategorie. Dieser Wert fließt dann mit deinem Ausgabenanteil für Milchprodukte in den Gesamtindex ein.
Abdeckung: wie viel deines Einkaufs steckt drin?
Nicht jeder Einkauf lässt sich vergleichen. Ein Produkt, das du nur einmal gekauft hast, hat keinen Verlauf. Deshalb zeigt Tasarruf immer die Abdeckung an: wie viel deines Einkaufs durch zugeordnete Produkte mit Preisverlauf erfasst ist.
Eine Indexzahl ohne Abdeckung wäre irreführend. Ein Wert von +8 % klingt dramatisch, bedeutet aber wenig, wenn er nur auf zwei Produkten beruht.
Warum manchmal „nicht genug Daten” steht
Tasarruf zeigt keine Zahl, wenn die Grundlage zu dünn ist. Konkret gilt:
- Liegt die Abdeckung unter 60 %, erscheint „nicht genug Daten”.
- Gibt es weniger als drei zugeordnete Produkte, ebenfalls.
Das ist Absicht. Lieber keine Zahl als eine falsche. Wenn du regelmäßig Bons erfasst und Zuordnungsfragen beantwortest, wächst die Abdeckung von allein.
Was der Index kann und was nicht
Der persönliche Index beantwortet eine klare Frage: Wie haben sich die Preise der Dinge verändert, die ich tatsächlich kaufe? Er sagt nichts über Miete, Strom oder Tanken, wenn diese nicht auf deinen Kassenbons stehen. Und er vergleicht nicht mit anderen Nutzern.
Wie Tasarruf dabei hilft
Tasarruf liest deine Kassenbons aus, ordnet gleiche Produkte über verschiedene Bons zu und berechnet daraus deinen persönlichen Warenkorbindex, immer mit Angabe der Abdeckung. Ist die Datenlage zu dünn, sagt die App das offen. Wie viel du pro Monat und Kategorie ausgibst, zeigt sie ebenfalls, siehe Haushaltsbudget für Lebensmittel. Mehr auf der Startseite.