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Eigene Preishistorie aus Kassenbons: Warum sie sich lohnt

Regalpreis, bezahlter Preis, trügerisches Gedächtnis: Warum eine eigene Preishistorie aus deinen Kassenbons mehr verrät als jedes Werbeprospekt.

· 4 Min. Lesezeit

Du kaufst jede Woche Milch, Brot, Kaffee und Nudeln. Aber was hat der Kaffee vor drei Monaten gekostet? Die meisten wissen es nicht genau. Man hat ein Gefühl, dass alles teurer geworden ist, doch ein Gefühl ist kein Preis. Genau hier hilft eine eigene Preishistorie: eine Liste dessen, was du für ein bestimmtes Produkt tatsächlich bezahlt hast, Einkauf für Einkauf.

Das Gedächtnis ist ein schlechter Preisvergleich

Preise merken wir uns schlecht. Wir erinnern uns an Ausreißer, etwa an einen besonders teuren Einkauf oder ein tolles Angebot, aber kaum an den normalen Verlauf. Dazu kommt:

  • Wir kaufen dasselbe Produkt in verschiedenen Läden und vergleichen dabei unbewusst Äpfel mit Birnen.
  • Packungsgrößen ändern sich, der Preis bleibt gleich, und das fällt kaum auf.
  • Angebote verzerren die Erinnerung: Wer einmal Butter für 1,49 € gekauft hat, hält das schnell für den „normalen” Preis.

Wenn du wissen willst, ob du wirklich mehr ausgibst und wofür, brauchst du Zahlen statt Eindrücke.

Regalpreis und bezahlter Preis sind nicht dasselbe

Im Laden siehst du den Regalpreis. An der Kasse zahlst du manchmal etwas anderes: Rabatte, Aktionen oder „2 für 1”-Angebote ziehen am Ende noch etwas ab. Auf dem Kassenbon steht beides, oft in getrennten Zeilen.

Ein Beispiel: Ein Joghurt kostet im Regal 0,99 €. Du kaufst vier Stück, und auf dem Bon steht eine Rabattzeile von −0,80 €. Tatsächlich bezahlt hast du also 3,16 € für vier Becher, das sind 0,79 € pro Stück. Wer nur den Regalpreis im Kopf behält, unterschätzt, wie gut der Einkauf war, oder überschätzt beim nächsten Mal ohne Rabatt, wie günstig der Joghurt „eigentlich” ist.

Mehr dazu, wie Rabatte auf einzelne Positionen verteilt werden, liest du im Artikel Regalpreis oder bezahlter Preis.

Die Daten liegen schon in deiner Tasche

Das Schöne ist: Du musst nichts Neues erfassen. Jeder Kassenbon enthält bereits alles Wichtige:

Auf dem Bon Was es dir sagt
Geschäft und Datum Wo und wann du gekauft hast
Produktzeilen Was du gekauft hast
Menge und Einzelpreis Wie viel und zu welchem Preis
Rabattzeilen Was dir abgezogen wurde
Mehrwertsteuer und Summe Ob alles zusammenpasst

Das Problem ist nur, dass Kassenbons im Portemonnaie verblassen, im Müll landen oder in einer Schublade verschwinden. Aus einem Stapel Papier wird nie eine Preiskurve.

Was eine eigene Preishistorie zeigt

Sobald du ein paar Wochen lang Bons sammelst, ergeben sich Antworten auf ganz praktische Fragen:

  • Ist das Produkt teurer geworden? Erster Preis, letzter Preis, Änderung in Euro und Prozent.
  • Was war der niedrigste Preis? Gut zu wissen, um ein echtes Angebot zu erkennen.
  • Ist die Packung geschrumpft? Über den Grundpreis pro kg oder Liter wird das sichtbar, siehe Shrinkflation erkennen.
  • Wofür geht das Geld weg? Monatliche Ausgaben nach Kategorie statt einer einzigen großen Zahl.

Wichtig ist: Es geht um deine Einkäufe, nicht um einen Durchschnitt aller Haushalte. Wer viel Kaffee trinkt und kaum Fleisch kauft, erlebt Preisänderungen ganz anders als jemand mit umgekehrten Gewohnheiten.

Warum gerade der eigene Verlauf zählt

Offizielle Preisstatistiken sind nützlich, aber sie beschreiben einen Warenkorb, der nicht deiner ist. Deine Preishistorie dagegen zeigt genau die Produkte, die du kaufst, in den Läden, in denen du kaufst, zu den Preisen, die du bezahlt hast. Daraus lässt sich sogar ein persönlicher Warenkorbindex berechnen, wenn genug Daten da sind. Wie das funktioniert, erklärt der Artikel Persönliche Inflation berechnen.

Ein paar einfache Gewohnheiten helfen beim Start:

  1. Den Bon direkt nach dem Einkauf fotografieren, bevor das Thermopapier verblasst.
  2. Nicht nur große Einkäufe erfassen, sondern auch den schnellen Bäckerbesuch.
  3. Nach ein paar Wochen die ersten Preisänderungen anschauen und nicht schon nach dem ersten Bon Schlüsse ziehen.

Wie Tasarruf dabei hilft

Tasarruf macht aus einem Foto deines Kassenbons eine Preishistorie. Die App liest Geschäft, Datum, Positionen, Mengen, Einzelpreise, Rabatte, Mehrwertsteuer und Summe aus und prüft, ob alles zusammenpasst. Dasselbe Produkt wird über mehrere Bons hinweg erkannt, sodass du pro Produkt ersten, letzten, niedrigsten und höchsten Preis samt Verlauf siehst. Gleich nach dem Speichern zeigt dir eine Karte, was teurer oder günstiger geworden ist. Ein Konto mit Name oder E-Mail brauchst du dafür nicht. Mehr über die App erfährst du auf der Startseite.